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Im Jahr 1971 wurde die KuB gegründet. Dies war eine dringend nötige Reaktion auf die Situation rund um die Berliner Gedächtniskirche auf dem Breitscheidtplatz, der im verstärktem Maße von weggelaufenen Jugendlichen als Treffpunkt genutzt wurde. Weggelaufen sind die Jugendlichen vom Elternhaus oder aus Kinderheimen.
Der Breidtscheidplatz wurde als zentraler Treff- und Anlaufplatz genutzt.
Auf Initiative der Polizei und der Senatsjugendverwaltung wurde in unmittelbarer Nähe zur Gedächtniskirche in der Charlottenburger Kantstraße ein Ladenbüro als Anlaufstelle für die sogenannten Trebegänger gegründet. Von dort haben Sozialarbeiter/innen Kontakt und Vertrauen zu den Jugendlichen aufgebaut. Ein wichtiges Anliegen der Sozialarbeiter/innen war es, den hilfesuchenden jungen Menschen auf Augenhöhe zu begegnen, sie als gleichberechtigte Partner zu behandeln und abseits vom damaligen bevormundenden Jugendwohlfahrtsgesetz, mit ihnen tragfähige und selbstbestimmte Lösungswege heraus aus dem Straßenleben zu entwickeln.
Damals wie heute ist es die Aufgabe der KuB gemeinsam mit den jungen Menschen einen Ausweg aus dem Teufelskreis Kriminalität - Prostitution - Drogenabhängigkeit zu entwickeln.
Seit dem 1.1. 2007 ist die KuB integrierter Baustein im Berliner Notdienst Kinderschutz des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg in Kooperation mit dem Berliner Jugendclub e.V..
Die KuB hat ein differenziertes Hilfesystem für junge Menschen in Not entwickelt, beginnend mit der aufsuchenden Sozialarbeit an sozialen Brennpunkten in der Stadt, Notversorgung, Notübernachtung, Beratung und Betreuung.
Straßenjugendliche kommen häufig aus problematischen Familienverhältnissen, sind emotional vernachlässigt und seelisch und körperlich misshandelt worden. Etwa zwei Drittel von ihnen kommen aus anderen Bundesländern oder dem deutschsprachigem Ausland. Hier in Berlin tauchen sie in den verschiedenen Milieus am Bahnhof Zoo, Alexanderplatz oder in den Prostitutionsszenen unter. Sie leben vom Betteln, der Kleinkriminalität oder der Prostitution. Ihre schwierigen Lebensumstände führen zu gefährlichem Drogenkonsum, zu ernährungsbedingten körperlichen Mangelerscheinungen und zu diversen Folgeerkrankungen.
Wesentliche Merkmale von Straßenjugendlichen, die sie von anderen jugendlichen Problemgruppen unterscheiden, sind die ausgeprägte Bindungslosigkeit und die körperliche Verwahrlosung. An diesen Defiziten setzten die Hilfen der KuB an. Abgestuft und in sich aufbauend beginnen die Hilfen mit der Grundversorgung wie Essen und Trinken, Bekleidung und Hygiene, setzen sich fort in Motivations- und Vertrauensaufbau und führen so zur Perspektivklärung und Wiedereingliederung in ein geregeltes Leben jenseits der Straßenmilieus.
Die Hilfen der KuB leiten sich ab aus dem SGB VIII, § 11 und § 16, im Einzelfall SGB XII, § 67.
Robert Hall
Koordination und Leitung